Mittwoch, 14. Dezember 2011

Twisted Nerve (Teufelskreis Y - 1968) erscheint in den Special Screenings

Der britische Thriller um ein Drama in einer Anstalt wird in der Reihe der Special Screenings erscheinen. Ein genauer Termin, sowie die Details zur Veröffentlichung stehen noch aus. Fest steht jedoch schon jetzt, dass sowohl die deutsche Kinofassung als auch die Originalfassung enthalten sein werden. Ein stimmungsvolles Cover schmückt den Titel schon jetzt.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Steam Noir - Das Kupferherz (Cross Cult 2011)

Mit großen Erwartungen bin ich an diese Eigenproduktion aus dem Hause Cross Cult gegangen. Normalerweise vertreibt man großartige Lizenzcomics aus den USA oder Frankreich, deshalb ist es umso begrüßenswerter, dass man den überschaubaren Markt an deutschen Comicproduktionen um dieses Werk erweitert. Steam Noir bewegt sich unter anderem im Subgenre des Steam Punk. Das ist ein Setting, bei dem z.B. die Zeit des viktorianischen Londons als Ausgangspunkt genommen wird, um sie mit vielen Anachronismen zu verbinden. Man befindet sich also inmitten oder in den Ausläufern der Industriellen Revolution, wobei jedoch alle technischen Gerätschaften mit Dampf statt Elektrizität betrieben werden. Alternativ gibt es auch noch den Ableger "Diesel Punk" bei dem eben Dieselmotoren an die Stelle von Dampfmaschinen treten. Nun, das alleine wäre höchstens für Ästheten besonderen Types ein Grund, in einer solchen Umgebung Geschichten zu erzählen. Die sich aus der Technisierung und den Problemen der Industrialiserung ergebenden Implikationen bilden jedoch das konzeptionelle Fundament für Konflikte, Tragödien und ideengeschichtliche Überlegungen, die sozusagen den "Punk" der dystopischen Welt des Cyber Punks entleihen.
Kurz: Steam Punk bietet auf der einen Seite die Möglichkeit, verkopfte, in Geschichten eingebettete, manchmal revolutionäre, auf jeden Fall aber relevante Gedanken zu transportieren oder eben eine seichte, nostalgische, romantisierte und vielleicht auch naive Fantasiewelt zu erleben. Beide Ansätze miteinander zu verbinden, schaffen die wenigsten Kreativen und ich war gespannt, ob es dem Autoren Benjamin Schreuder gelingen würde. Ich nahm das große Hardcoverbuch, empfand den grafischen Stil von Felix Mertikat sofort als gelungen und versuchte, in die Erzählung einzutauchen.
Anfangs hatte ich überraschenderweise große Probleme. Mir missfielen die Letterboxen (passten nicht so recht in die Bildkomposition, weil zu aufdringlich), der Einstieg (etwas holprig), die Namen der handelnden Personen (unglaubwürdig und irgendwie ausgedacht) und ich war über weite Strecken des Comics unglücklich mit dem Resultat. Der Funke wollte nicht übersprungen, die Dialoge wirkten wenig organisch, als würden die Personen aneinander vorbeireden. Nachdem ich das Comicbuch beendet hatte, habe ich es ein paar Tage liegen lassen und später noch einmal zur Hand genommen.
Worum geht es? Heinrich Lerchenwald ist ein sonderbarer Mensch, der sich mit einem Dampfmaschinenandroiden und einer gewissen Frau D. auf der Spur nach Geisterwesen befindet, detektivische Arbeit leistet und dabei in den Konflikt mit dem Kalendarischen Orden kommt. Man wird direkt ins kalte Wasser der Handlung geworfen und bekommt Erhellendes, wenn, dann nur sehr spärlich in Rückblenden erzählt. Im Nachhinein ein ausgezeichneter narrativer Schritt, der zwar am Ende des Bandes mehr Fragen als Antworten aufwirft, jedoch auch den Beginn einer hervorragenden Serie markiert, die sehr viel Potenzial bietet. Ja, das Comicbuch ist großartig!
Wie kam der Sinneswandel? Auf "Steam Noir" muss man sich einstellen und sollte keine in eine bestimmte Richtung gelenkte Erwartung haben. Natürlich war meine Haltung nach dem Vorgängerwerk der beiden "Jakob" (ebenfalls bei Cross Cult erschienen) sehr stark beeinflusst und ich hatte mir die Geschichte ganz anders vorgestellt. Der Beginn erscheint etwas holprig, aber die Geschichte nimmt schon sehr bald an Fahrt auf, ohne in überbordender Action zu enden, sondern viele ruhige Momente zuzulassen. Geht man richtig an das Comic ran, sieht man hinter den Vorhang und Dinge, die einen vormals gestört haben, machen Sinn und unstreichen den phantastischen Charakter des Werkes.
Wir lernen die Mythen einer Welt, die sich auf Schollen und Ebenen erstreckt, kennen, aber sind ständig darauf angewiesen, dass die notwendigen Hinweise in der Handlung gelegt werden, um das Konzept der Welt zu verstehen.
Nach 56-seitiger Comicunterhaltung findet man noch kleinere Texte zu bestimmten Orten, Bünden oder Personen, die wichtig sind. Durch diese Hintergrundinformationen wird die Handlungswelt viel dreidimensionaler und erhält eben eine deutlich ausgefeiltere Tiefe. Vielleicht konnte ich erst durch dieses Ausgangswissen den Band im zweiten Rutsch so viel mehr genießen, vielleicht war ich aber auch einfach nur in einer falschen Stimmung. Festzuhalten bleibt, dass er nicht kurzweilig ist, sondern bei neuer Betrachtung auch neue Facette und Blickwinkel eröffnet.
Jedenfalls schafft es "Steam Noir", Elemente einer Sir Arthur Conan Doyle Geschichte mit mysteriösen, übernatürlichen Fantasyanleihen zu verbinden. Die Geheimnisse werden sehr klug aufgebaut, sodass beim Leser schnell eine Neugier auf die rätselhaften Zusammenhänge geweckt wird. Wir erleben sehr ruhige Begegnungen, die nachdenklich stimmen und zum Innehalten anregen, aber auch handfeste Actionszenen. Im ersten Band passiert noch gar nicht so wahnsinnig viel. Grade die ruhigen Momente sind behutsam eingeflochten, wirken nicht aufgesetzt, sondern stimmungsvoll. Wie bereits erwähnt, wenig wird erklärt, man fragt sich, was es mit den verschiedenen kauzigen Charakteren auf sich hat, wie die Gesellschaft eigentlich zusammenlebt und nicht zuletzt die Technisierung funktioniert - was es gibt, was nicht und warum das der Fall ist.
All diese Fragen müssen beantwortet werden, später oder auch nicht. Denn durch die flüssige und spannende Handlung sucht man sich selbst Erklärungen und Hypothesen, wie diese fremde Welt zusammenhängt und lebt. 
Viele Details finden sich in den einzelnen Panels und man wird automatisch dazu angeregt, selbstständig über Zusammenhänge zu reflektieren. Felix Mertikat ist jedenfalls ein unglaublich talentierter Zeichner, der merklich keine Schwächen in seiner Arbeit hat. Ihn zeichnet ein sehr geschmeidiger, ausdrucksstarker und übersichtlicher Stil aus, der durch eine bisweilen düstere Kolorierung perfekt zur Handlung passt. Die technischen Gerätschaften sind fantasievoll, aber trotzdem realistisch und durchdacht, Personen und Gesichtszüge sind hervorragend getroffen, genauso wie die erfrischende Panelaufteilung und -gestaltung selbst. Geschichte und Zeichnungen wirken wie aus einem Guss und es ist eigentlich sehr schade, dass schon jetzt feststeht, dass Benjamin Schreuder für den zweiten Band schon nicht mehr zur Verfügung steht. Denn im ersten Band wird nur ein Bruchteil dessen erzählt, was diese eigenwillige und bizarre Welt zu bieten haben könnte. Kinder mit mechanischen Prothesen treten auf, ein scheinbar wohltätiger Doktor wird eingeführt und die Rolle des Roboters Hirschmann sowie der Orden und Bünde ist völlig unklar.
"Steam Noir" ist kein Steam Punk des Steam Punks wegen. Hier kommen keine Luftschiffe oder Gerätschaften vor, weil das eben zum Steam Punk gehört, sondern man merkt, dass Steam-Punk-Elemente auf sehr durchdachte Weise, der Handlung dienlich, eingefügt werden und man im Grunde eine fantastische Erzählung vor sich hat.
Für mich ist es eines der deutschen Comic-Highlights 2011. "Steam Noir" ist vollkommen eigenständig, hat eine ganz spezielle Mentalität und gehört sicherlich auch noch für lange Zeit zu den außergewöhnlichsten Comicbüchern made in Germany. Wenn dieses hohe Niveau über die Folgebände beibehalten werden kann, was sicherlich schwierig wird, hat die Reihe gute Chancen, zumindest für mich einen Klassikerstatus zu erreichen. Einen so grandiosen Zeichenstil mit einer derart intelligent erzählten und entworfenen Handlung hat man selten gesehen.
Die wunderschöne Aufmachung der Cross-Cult-Edition ist deshalb auch mehr als gerechtfertigt und passend. Vielen Dank für dieses Kleinod und ich hoffe inständig, dass es ein kommerzieller Erfolg wird und wir diese Serie noch über mehrere Bände genießen können.
Der Mut solche ambitionierten Projekte zu verwirklichen muss einfach belohnt werden, vor allem dann, wenn sie auf diesem hohen Niveau sind. Zum Comic selbst gibt es noch eine eigene Homepage und es ist mittlerweile auch als eBook u.a. bei iTunes erschienen.

Mittwoch, 30. November 2011

Zombiebunker Podcast #5

Heute die musikalische Rückschau auf das Jahr 2011. Mit dabei:

Acid Witch - Stoned
Japanische Kampfhörspiele - Kaputte Nackte Affen
Earth - Angels Of Darkness, Demons Of Light Part I
Long Distance Calling - s/t
Mogwai - Hardcore Will Never Die
Blood Ceremony - Living With The Ancients
Graveyard - Hisingen Blues
Obscura - Omnivium
Protest The Hero - Scurrilous
Trap Them - Darker Handcraft
Weedeater - Jason The Dragon
Endstille - Infektion 1813
Liturgy - Aesthethica
Red Fang - Murder the Mountains
Black Dahlia Murder - Ritual
Rival Consoles - Kid Velo
Devil - Time To Repent
All Pigs Must Die - God Is War
Mastodon - The Hunter
Wolves In The Throne Room - Celestial Lineage
The Devil's Blood - The Thousandfold Epicentre
Dale Cooper Quartet & The Dictaphones - Metamanoir
David Lynch - Crazy Clown Time

Der Link zum Download: Klick (Soundcloud mit Soundeinspielern) Klick (Podbean). Bei iTunes dann auch im Laufe des Abends!
Viel Spaß beim Hören, falls ihr anderer Meinung seid, haut es in die Kommentare. Vielen Dank!


Montag, 21. November 2011

Macabre (1958) erscheint als Nummer 5 bei den Drive-In Classics

Als fünfter Titel der Drive-In Classic Reihe wird William Castles "Macabre" (1958) erscheinen. Wie gewohnt im Hochglanzschuber mit Booklet und einer Limitierung von 1500 Einheiten. Als besonderen Bonus gibt es auf einer zweiten Scheibe die Doku "Spine Tingler! The William Castle Story" (2007).
Der angepeilte Veröffentlichungstermin ist der 15. Dezember 2011. Wenn also alles glatt läuft und die Presswerke im Weihnachtsstress nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung machen sollten, wovon wir natürlich nicht ausgehen, dann wird jeder dieses kleine Schmuckstück unterm Weihnachtsbaum finden können!
Einmal mehr muss auch das großartige Cover lobend erwähnt werden. Der Trailer lässt auf einen herrlichen schwarz/weiß Gruselkracher schließen:

Mittwoch, 9. November 2011

"Octaman" (1971) und "Twisted Nerve" (1968) erscheinen in Deutschland

Die nächsten Katzen haben den Sack verlassen! In der Special Screening Reihe von Media Target wird nach Sumuru der britische Thriller "Twisted Nerve" (1968) veröffentlicht werden. Außerdem bekommt die Trivialfilm Reihe mit dem mexikanischen Tierhorrorstreifen "Octaman" (1971) Zuwachs! Ein Veröffentlichungsdatum ist noch nicht bekannt, aber die Filmgemeinde darf sich über neues Futter und TENTAKELN freuen! Olé! 

Montag, 7. November 2011

Beast Of Blood (Drakapa, Das Monster mit der Krallenhand - 1970)

Wenn mich mein Kind irgendwann mal fragen sollte: "Papa, was ist eigentlich Exploitation?", dann werde ich ihm erst den Trailer und dann den Film von Drakapa zeigen. Wir stolpern direkt in den vierten Streifen der Grindhouse Collection "Beast Of Blood" (1969) und stellen fest, zwischen Trailer und Film liegen Welten. Wo im Trailer ein axtschwingendes, um sich mordendes und von Lepra gezeichnetes Monster über die Planken wankt, herrscht im eigentlichen Film actiontechnisch über weite Teile doch eher gähnende Leere. Als Breitbildfreund hab ich erst mal die abgenudelte Widescreenfassung eingeschmissen, mich über die schön abgeranzten Verschmutzungen gefreut,  mich aber auch gewundert, was hier eigentlich vor sich geht. Für den unbedarften Einstieg eignet sich die ungekürzte Vollbild-Fassung, die den ganzen Actionspaß vom Trailer bietet, plus Möpse und ein besseres Bild. 2 Filme gab es schon vor diesem Titel und die "Blood Island" wurde bereits des Öfteren heimgesucht. Nämlich in "Brides Of Blood" (1968) und "Mad Doctor Of Blood Island" (1969). Daher kann es anfänglich zu etwas Verwirrung kommen, die Story ist jedoch zum Glück so dünn, dass es im Endeffekt sowieso egal ist. 
Was uns erwartet, ist ein Abenteuerfilm, der mit vielen Jungleaufnahmen, Explosionen und einem kopflosen Monster punkten kann. Wobei das Monster nicht wirklich oft über die Leinwand stapft. Das liegt daran, dass er kopflos im unterirdischen Laboratorium des Dr. Lorca liegt und in seiner grünlichen Schleimsuppe vor sich hinsifft. Großartig wird es dann aber, wenn das Blutbiest anfängt zu reden. Der groteske Akzent lässt den Zuschauer unwillkürlich losprusten. Was haben sich die Leute dabei eigentlich gedacht? 
In vielerlei Hinsicht ist "Beast Of Blood" mit den "Astro Zombies" (1969) zu vergleichen. Nicht nur, dass wir einem verrückten Wissenschaftler bei seinem Tagewerk zusehen dürfen, Apparaturen werden auch bis zum Erbrechen oft mit der Kamera eingefangen und die ganze Geschichte ist irgendwie etwas langatmig. Wenn der Film allerdings loslegt, dann richtig und hier unterscheidet er sich von den "Astro Zombies" in seiner dargestellten Härte. Das liegt zum einen daran, dass auf den Phillipinen gedreht wurde, aber auch weil das Setting viel mehr Möglichkeiten zulässt. Obwohl der Film also narrativ eine Katastrophe ist, dies produktionstechnisch durch tolle Kulissen die handwerklichen Fehler ausgleichen kann, ist er doch ziemlich schlecht.
Den Film möchte man zumindest kein zweites Mal sehen. Ist der Film deshalb wirklich schlecht? Keineswegs! Die Sichtung lohnt sich für jeden Filmfreund! Es ist, wie immer, ein absolutes Erlebnis, solche Klopper aus der Versenkung emporsteigen zu sehen. Man muss sich vor Augen halten, dass der Streifen seit fast 40 Jahren von der Bildfläche verschwunden war und man demzufolge hier einen echten filmhistorischen Fund vor der Nase hat. Durch diese Veröffentlichung mit all ihren Extras erfährt er viel mehr Aufmerksamkeit, als eigentlich gerechtfertigt wäre und trotzdem hat er es mehr als verdient.  Dieses Paradox lässt sich für den Sachfremden gar nicht auflösen oder beschreiben, aber obwohl man sich gelegentlich langweilt, fühlt man sich bestens unterhalten. Denn der Streifen selbst ist das perfekte Vehikel, auf dem zum einen das Grindhousegefühl und zum anderen die wunderbare Aufbereitung mit den Unmengen an Hintergrundinformationen transportiert wird. "Beast Of Blood" wird von großartigen Szenen am Anfang und am Ende eingeklammert, während die 80 Minuten dazwischen durch eine brave deutsche Synchronisation und viel Abenteuer im Jungle etwas zäh wirken. Aber dann kommen die Extras und runden das Erlebnis ab.
Zuallererst sei der wirklich großartige Audiokommentar vom Berliner Autoren und Regisseur Jörg Buttgereit und Kai Nowak vom Media Target Vertrieb erwähnt. Die beiden berichten in humoristischer Art über Hintergründe des Films, des Grindhousekinos und der deutschen Entsprechung: dem Bahnhofskino. Herr Buttgereit amüsiert mit seiner unbedarften und lockeren Art und wird um das Filmwissen von Kai Nowak ergänzt. Die beiden schaffen es, eine perfekte Mischung aus Info zum Film selbst und dem filmhistorischen Hintergrund unters Volk zu bringen. Man erhält außerdem Einblicke in die Suche nach einer geeigneten Kopie des Films und der Buttgereit stößt vollkommen sympathisch mitten in einem Satz auf. Genau wie der Film sich selbst, nehmen sich die beiden nicht allzu ernst und sorgen für einige Lachanfälle beim Zuschauer.
Außerdem ist ein 7-minütiges Interview mit Produzent Sam Sherman mit dabei. Sherman erzählt über seine Anfänge im Filmgeschäft und Eindrücke bei der Produktion von "Beast Of Blood". Erstaunlicherweise, wohl auch für ihn, war der dritte Teil der Trilogie ein Erfolg! Wie immer wünscht man sich natürlich ein paar mehr Minuten mit den Interviewten.
Ein Kernstück der Reihe und Aufhänger ist natürlich das Trailerreel. Dieses Mal hat man wieder tief in die Kiste gegriffen und so groteske Exemplare wie "Arschibald der Porno-Butler", den Asiaklopper "Gozakko", einen Western und 2 Actionknaller mit viel Handkantenschlägen ausgebuddelt. Außerdem dabei großartige Werbung für das großartige Pranke Magazin und Trudis Frittenbetrieb "Erst Kino schauen ... dann Bauch vollhauen" - einfach eeeeepisch!
Die obligatorische Bildergalerie, die Super-8-Fassung sowie der deutsche und englische Trailer dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Und das Booklet aus der Feder von Pelle Felsch weiß wie immer mit Wortwitz und Hintergrundfakten zur z.B. philippinischen Kultur zu gefallen. Unter dem Banner des "Inselkoller" werden die ersten Filme auf philippinischem Boden vorgestellt sowie die Vorgänger aus der Trilogie beleuchtet. Wer also mit dem Einstieg Schwierigkeiten haben sollte, möge sich das Booklet direkt zu Gemüte führen, denn Pelle gibt auch noch Ratschläge, unter welchen Umständen man den Film am besten genießen kann. 
Wir halten fest, "Beast Of Blood" ist weit davon entfernt, ein guter Film zu sein, hat viele irrwitzige Momente, speist sich mit einer sehr löchrigen Logik, aber hat auch einige schöne Moneyshots in petto. Freunde der Reihe greifen sowieso zu. Die tolle Ausstattung und das Vorhandensein von beiden Fassungen dürfte jeden anspruchsvollen Cineast zufriedenstellen. Ich bin mal wieder begeistert und muss feststellen, dass wir nun Halbzeit in der Box haben! Na dann, auf die nächsten 4!

Montag, 31. Oktober 2011

Dracula jagt Frankenstein und Creepy Images #8

Howdy Leute!
Halloween steht vor der Tür, bei mir stapelt sich die Arbeit und ich kann ich daher erstmal nur mit einer Newsmeldung vertrösten. Die hat es allerdings in sich!
Das Coverartwork zu Filmarts "Dracula jagt Frankenstein" ist fertig und sieht wunderschön aus. Seht selbst:
Ich freu mich wahnsinnig auf die Veröffentlichung und werde zeitnah darüber berichten. Außerdem erscheint heute auch noch die aktuelle und brandneue 8. Ausgabe der Creepy Images:
Dieses Mal mit Material zu "Evil Dead", "Großangriff der Zombies" oder dem Special "I colori del sangue". Außerdem geht es mit der Rubrik Treasures from the Vault weiter! Beispielsteiten findet ihr hier.
Für Freunde des schwedischen Erotikfilms wird es noch diese Woche eine Besprechung zu "Exponerad" (Verbotene Früchter der Erotik - 1971) mit Christina Lindberg geben! Außerdem noch die ausstehende schriftliche Besprechung zur "Rache der schwarzen Spinne" und der am Wochenende eingetrudelten "Der Satan mit den 1000 Masken". Freut euch auf einen reviewreichen Herbst! Reinschauen lohnt sich also und sobald es in der Außenwelt etwas entspannter geworden ist, wird es auch im Bunker wieder tüchtig weitergehen!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Zombiebunker Podcast #4

Howdy!
Heute geht es um die klassischen Universal Monsterfilme. Leider hat es nur für Dracula und den Wolfsmenschen gereicht, das nächste Mal dann auch Frankenstein und der Unsichtbare. 

  • Dracula (1931)
  • Dracula's Daughter (Draculas Tochter - 1936)
  • Son Of Dracula (Draculas Sohn - 1943)
  • House Of Dracula (Draculas Haus - 1945)
  • Werewolf Of London (Der Werwolf von London - 1935)
  • The Wolf Man (Der Wolfsmensch - 1941)
  • Frankenstein Meets The Wolf Man (Frankenstein trifft den Wolfsmenschen - 1943)
  • She-Wolf Of London (Die Werwölfin von London - 1946)
Hier gibt es den Podcast auf Soundcloud, bei iTunes (einfach nach Zombiebunker bei Podcasts suchen) oder hier im Feed.
Viel Spaß!

Dienstag, 11. Oktober 2011

The Million Eyes Of Sumuru (Sumuru, die Tochter des Satan - 1967)

Salom meine Damen und Herren!
Es gibt wieder eine tolle Ankündigung zu vermelden. Eine neue Filmreihe namens "Special Screenings" wird über Media Target in der ersten Novemberwoche erscheinen und latzt den Freunden feminin-dominierter Filme einen Kracher vor die Glotzer: "The Million Eyes Of Sumuru" (1967). Die britische Schauspielerin Shirley Eaton, die auch schon bei "Goldfinger" (1964) ein Bondgirl miemte, verkörpert in diesem Streifen eine hartgesottene Dame, die sich eine Gruppe von Amazonen schnappt und mit Girlpower versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen.
Sensationell reißerisch und dazu in einer schönen Verpackung, Keepcase mit Prägeschuber(!), werden Freunde von klassischen Eurofilmen beglückt. Digital überarbeitet, mit Booklet, Trailer und Bildergalerie, stellt sich dem geneignten Filmfreund ein rundes Paket vor. Ob die Veröffentlichung was taugt, werden wir bald selbst sehen können, Flatschenantibiotika ist ebenfalls vorhanden. Wir sollten uns auf einen großartigen Spätherbst mit Knallerfilmen freuen!
Falls ihr euch wundert, warum momentan so viel Stillstand an dieser Stelle angesagt ist. Das liegt daran, dass mich mit Anbeginn meiner freien Wochen die Grippe heimgesucht hat und mich derzeit noch ans Bett fesselt. Ein Ende ist jedoch in Sicht und dann starten wir hier wieder durch! Versprochen!
Quelle: Facebook Kino Trivial

Donnerstag, 29. September 2011

Die Krallenhand kommt! "Beast Of Blood" (1970)

Lange war es still um diesen Monsterfilm, doch nun hat Subkultur Entertainment das Cover des vierten Grindhousefilmes präsentiert. Schlicht und schnodderig zeigt es sich und verspricht ebenso dreckig zu werden! Ich liebe den Schriftzug! 
Grund für die Verzögerun war der miese Zustand des Ausgangsmaterials. Auf der Scheibe werden sowohl die US Fassung, als auch die deutsche zu finden sein. 
Bei der Amerikanischen hat man einiges wieder flott machen können und den Rotstich der Kopie korrigiert. Die deutsche Fassung hat dagegen weniger Bildinformation, weil sie an den Rändern etwas abgeschnibbelt ist. 
Insgesamt sollte jeder mit dem Lösung zufrieden sein, da eben auch das originale, von Eddie Romero präferierte, Format enthalten sein wird. Ein Veröffentlichungstermin sowie die Ankündigung der Ausstattung stehen noch aus und werden hier selbstverständlich bekanntgeben.
Hier noch ein Bildvergleich vor und nach der Bearbeitung der US-Fassung, um sich einen kleinen Eindruck zu machen:


Ein Trailer zum Vorfreuen wurde ebenfalls angefertigt:

Mittwoch, 21. September 2011

Neues Kalenderwoche 38 - Dracula jagt Frankenstein, Muchas Gracias Senor Lobo, Der Satan mit den 1000 Masken, Wild Beasts

Howdy!
Es gibt ein paar Neuigkeiten, die unters Volk gebracht werden sollen!
Zum einen wird derzeit mächtig am neuesten Projekt von filmArt der "Trivial-Film" - Reihe gewerkelt. Der Monsterstreifen "Los Monstruos del terror" (Dracula jagt Frankenstein - 1970) mit Paul Naschy und Karin Dor erscheint noch dieses Jahr und wird ein 15 minütiges Feature mit Jörg Buttgereit enthalten. Außerdem bekommt der Film einen Schuber mit dem deutschen Plakatmotiv (innen dann das Spanische) und wird auf 1000 Einheiten limitiert sein. 
Als besonderer Bonus wird ein Booklet von Creepy Images mit dabei sein. Für die graphische Gestaltung sorgt Genreexperte Benjo Media. Der Streifen ist vielvesprechend und es zeichnet sich bereits im Vorfeld eine hervorragende Veröffentlichung ab. Im Zuge der Veröffentlichung, wurde auch angekündigt, das Buch "Muchas Gracias Senior Lobo", das sich mit dem Filmmemorabilia rund um Paul Naschy beschäftigt, neuaufzulegen. Dafür wurde extra eine Homepage ins Leben gerufen, auf der ihr die neuesten Informationen zur kommenden Neuauflage erhaltet. Die Texte werden überarbeitet und zum Teil neu geschrieben, sind bilingual vorhanden, der Umfang soll erweitert, das gesamte Buch mit farbigen Abbildungen versehen und ein größeres Format gewählt werden. Man darf gespannt sein!
Auch bei der Rückkehr der Galerie des Grauens geht es im Oktober weiter mit der Nummer 3: "How To Make A Monster" (Der Satan mit den tausend Masken - 1958).
Das Cover ist bereits fertig und der Film kann auch schon bei der OFDB vorbestellt werden. Als Extra wird es den Trailer, einen Audiokommentar mit Rolf Giesen, eine Bildergalerie und noch mehr geben.
Bei Camera Obscura hat sich in der Zwischenzeit auch wieder einiges getan. Die Italien Genre Cinema Collection wird bald mit der Veröffentlichung von "Wild Beasts" (1982) von Franco Prosperi erweitert. Ein Release ist für Ende Oktober bzw. Anfang November geplant. Der Film wird die Nr. 7 der Reihe. Ein Interview mit dem Regisseur wird ebenfalls auf der DVD enthalten sein.
Und noch kurz zwei Worte in eigener Sache. Die positive Resonanz und die Downloadzahlen des Podcasts sind so großartig, dass es direkt den Traffic des konstenlosen Anbieters überstiegen hat. Leider habe ich noch keine gute Alternative gefunden. Eventuell muss es daher zu einem Bezahlanbieter gehen. Dafür wäre es allerdings notwendig, dass hier im Bunker ein Werbebanner geschaltet wird. Fändet ihr das ok?
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
***Update***
Alternative gefunden :) man kann wieder hören: klick

Samstag, 17. September 2011

Gewinnspiel

So, ein bisschen verspätet, aber trotzdem noch pünktlich die Bekanntgabe des Gewinners! 
Der Glückliche wurde gezogen und lautet: Thomas! Herzlichen Glückwunsch! Die Frauen hinter Zuchthausmauern sind dein. Viel Spaß damit! Die Mail kommt dann auch gleich.
Allen anderen sei gesagt, dass dieses Jahr vielleicht noch eine Verlosung kommen wird, wofür ich mir wieder eine ganz andere Teilnahmebedingung einfallen lassen. Dann kann ich vielleicht auch Trostpreise organisieren, je nachdem, was vom BAföG übrig bleibt ;) Es freut mich, dass aus allen Veröffentlichungen Bilder eingegangen sind. Vielen Dank, dass ihr mitgemacht habt! Für das nächste Mal drücke ich natürlich wieder alle die Daumen und hoffe, ihr macht trotzdem mit!
Cheers und ein schönes Wochenende!







Mittwoch, 14. September 2011

TV-Tipp: [REC] (2007)

Bildquelle: arte.de
Ahoi!
Ein kurzer Tipp für die Glotze heute Abend! Zombie- und Wackelkamerafreunde aufgepasst. Um 23:10 Uhr strahlt Arte den spanischen Zombiefilm "Rec" (2007) aus. Viel besser als das amerikanische Remake, hat der Streifen einige geniale Schockeffekte und besticht mit netten Ideen.
Außerdem darf man ihn sogar in HD bestaunen. Viel Spaß!

Freitag, 9. September 2011

Zombiebunker Podcast #3

Heute über Stummfilme. Besprochen wurden:


Viel Spaß beim Hören!

***Update***
Noch ein kleiner Hinweis (dank der Info vom Affen): die public domain Regelung ist selbstverständlich nur in den Vereinigten Staaten von Amerika rechtskräftig. Bevor man sich die Filme von archive.org ansieht, sollte man sich darüber informieren, bei wem die deutschen Rechte liegen. Der Zombiebunker ruft ausdrücklich nicht dazu auf gegen deutsches Urheberrecht zu verstoßen!
***Update 2***
Ich hab mal den Player runtergenommen. Es waren doch mehr Downloads als gedacht, weshalb das zur Verfügung stehende Datenvolumen dieses Monats bereits um 80% verbraucht ist. Was zwar blöd ist, aber auch super, weil der Podcast ja scheinbar doch ganz gut angenommen wird :-)
An einer Alternative wird gearbeitet, aber da ich auf kostenlosen Webspace angewiesen bin, kann das noch etwas dauert, bis was Passgenaues dabei ist.
***Update 3***
Soundcloud heißt die Lösung! Besten Dank an Gruftfilme!
Man kann den Podcast jetzt hier hören: Klick

Montag, 5. September 2011

Deep - if you drive a traktor

Das Duo "Deep" aus Augsburg ist mittlerweile schon seit 18 Jahren unterwegs und hat in dieser Zeitspanne eine beeindruckende Diskografie mit vielen Longplayern und Splitscheiben veröffentlicht. Nachdem es in den letzten Jahren etwas ruhiger wurde, hat in diesem Jahr auf Attenuation Circuit und Dhyana Records ein neuer Langspieler das Licht der Welt erblickt. Er hört auf den Namen "if you drive a traktor" und kommt in einem sehr schönen Faltcover daher. Das Frontmotiv und auch das Bild auf der Rückseite geben die atmosphärische Dimension, die den Hörer in den folgenden 48 Minuten begleiten wird, vor. Und weil so eine Platte etwas ganz Besonderes ist, habe ich mich für den ersten Hördurchgang an das Meer gesetzt und meine Lauscher gespitzt. Der erste Track "if you drive a traktor" beginnt sehr ruhig, mit fernen Saitenanschlägen und Drums, die wie durch Watte zum Hörer dringen. Dazu schiebt sich der stilisierte Sound von Schritten in den Vordergrund und man denkt, man schreitet durch die Nacht, vorbei an Konzerträumen, aus denen die letzten Klänge in die Finsternis entweichen. Das Bassgezupfe verdichtet sich zunehmend, wie ein Glockenspiel, und elektronische Sounds gesellen sich dazu. Bis schließlich melodische und melancholische Basslinien auftauchen und die vorherigen Klangcollagen verdrängen. Ein sehr schönes Melodiemotiv breitet sich im Gehörgang aus, unterstützt vom flirrenden zweiten Basslauf. Auf dem Höhepunkt prescht der dröhnende Anschlag vorwärts, verzerrt den Klangteppich und harmonisiert mit den klaren Soundlinien. Die Töne wabern weiter und erzeugen eine dichte Atmosphäre. Das Tempo variiert und wird verschleppt, bis nach einiger Zeit nur noch ganz fragile Noten gezupft werden. Der Song ist ein einziges Abenteuer!
Weiter geht es mit dem zweiten Song "De-ep-ja-vu". Hier baut sich der Song sofort auf, hypnotische Klänge entfalten sich, konkurrieren mit Riffeinsprengseln. Die Anschläge sind gleichbleibend, während sich im Hintergrund phantastische Melodien dazu gesellen. Man kann sich sehr stark in den Song vertiefen, während einem der Wind vom Wasser her ins Gesicht weht. Nach 4 Minuten wird es immer epischer und man denkt unwillkürlich an einen trüben, nebelverhangenen Tag, bis freundliche Melodiebögen den Dunst durchbrechen. Im Song, obwohl er nur 14 Minuten dauert ("if you drive a traktor" schafft es immerhin auf stattliche 34 Minuten), passiert unglaublich viel und er ist, auch wenn es für den nichtgeübten Hörer zuerst nicht der Fall sein sollte, extrem vielschichtig.
Hier harmoniert einfach alles, die Songs, das Artwork und die Grundstimmung. Für Freunde von experimenteller Musik, Bands wie Mogwai oder Earth ist die Platte eine ganz heiße Empfehlung. Die sphärischen Songs prägen sich nach mehrmaligem Hören ein, auch wenn es schwer fällt, die Struktur über die volle Distanz eines Tracks zu erschließen. Hier steht sehr viel Können dahinter, fein abgestimmte Arrangements und sehr viel Liebe zum Detail. Für diese Art von Musik muss man schon ein Händchen haben, sonst klingt es einfach belanglos und austauschbar. Ich verneige mich vor diesem Kunstwerk und bin mir sicher, dass es auf lange, lange Zeit einen ganz besonderen Platz in meiner Musiksammlung finden wird. Und wer weiß, vielleicht erscheint das gute Stück auch irgendwann noch einmal auf Vinyl. Das wäre super!
Wer in Augsburg oder Umgebung wohnt, kann sich zudem über einen Auftritt der Bassmusiker auf dem "Attenuation Circuit Festival" neben Origami Galaktika, B°Tong, Diskrepant und Yield am 16.09.2011 in der Ballonfabrik Augsburg freuen!
Ein stimmungsvolles Video zu "De-ep-ja-vu" kann man hier bewundern:

Zombiebunker Podcast #2

So, es hat sich zwar alles um einen Tag verspätet, aber dafür jetzt in Audio und für unterwegs.
Der zweite Podcast über:

  • Earth vs. Spider (1958)
  • Dead Set (2008)
  • Buchtipp: Brian Keene - Auferstehung
  • Dinosaurus! (1960)
  • Gewinnspiel: Woman in Cages (1971)


Der Podcast ist hier zu finden: Zombiebunker Podcast #2
Schickt ein Bild der Rückseite eines Booklets aus der Drive-In Classic Reihe, auf dem die gestempelte Nummer zu sehen ist, an zombiebunker@web.de
Einsendeschluss für das Gewinnspiel: 16. September 2011
Viel Glück!
***Update***
Bisher sind die Einsendung noch überschaubar, die Gewinnchancen also sehr hoch. Das Mitmachen lohnt sich definitiv noch!

Freitag, 2. September 2011

Drive-In Classics Nr. 4 Dinosaurus! (Mördersaurier - 1960)

"Komm, gehn wir lieber Saurier angeln!" 
Die Drive-In Classics sind mit der vierten Veröffentlichung zurück und verwandeln eine idyllische Insel in einen prähistorischen Dinopark mit Spiel, Spaß und Spannung.
"Mördersaurier" prangt auf der Packung, aber ganz so blutrünstig sind zum Glück nicht alle der geangelten Exemplare. Stop-Motion-Action von Irvin S. Yeaworth Jr., bei dem es am Ende heißt: Bagger vs. Tyranno.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Auf einer traumhaft schönen Insel kümmern sich Bart Thompson (Ward Ramsey), Chuck (Paul Lukather) und ein paar Arbeiter um die infrastrukturelle Erschließung, um sie zukünftig für das touristische Angebot attraktiver und erreichbarer zu machen. Kurz: Man lässt einfach ein paar Bomben am Strand in die Luft gehen. Zum Glück werden die Explosionen im Wasser der schönen Betty Piper (Kristina Hanson), die grade mit ihrem Motorboot rumschippert, nicht zum Verhängnis. Auf den Schreck geht sie erst mal eine Runde Apnoetauchen, findet einen Dino auf dem Grund und muss von unserem Helden aus dem Wasser gefischt werden. Die Dame könnte übrigens locker als blonde Variante von Julie Adams durchgehen. Man sieht, der Film punktet schon früh.
Außerdem haben wir noch den naiven kleinen Julio, der vom Bösewicht der Insel, Hacker, aufgezogen wird und herrlich mit der urzeitlichen Monstergang interagiert. Die entdeckten Dinos, zwei an der Zahl, werden aus dem Meer gezogen und wie es nun mal ist, ein Blitz erweckt die Urzeitviecher zu neuem Leben! Während der Tyrannosaurus direkt einen Insulaner snackt, freundet sich der kleine Julio mit dem friedfertigen Brontosaurus an.
Außerdem erwacht auch noch ein lustiger Höhlenmensch und es beginnt eine temporeiche Flucht quer über die Insel.
Bei diesen alten Filmen drückt man ja gerne mal ein Auge zu, wenn sie qualitativ und narrativ leicht schwächeln, aber "Dinosaurus!" (1960) ist wirklich ein verdammt guter und handwerklich exzellent gemachter Monsterfilm! Ich hatte einen Riesenspaß und fühlte mich in verregnete Wochenendvormittage meiner Kindheit vor der heimischen Flimmerkiste zurückversetzt.
Die Stop-Motion-Effekte sind schön anzuschauen, es gibt epische Kämpfe zwischen den Biestern und jede Menge urkomische Szenen.
Dafür sorgt ganz besonders der lustige Höhlenmensch, der zwar mit der zivilisierten Welt ein paar Probleme hat, das Slapstick-Handwerk allerdings meisterhaft beherrscht. Der Kerl rockt den Film einfach mit seinem dümmlich-debilen Gesichtsausdruck. Herrlicher Blödelhumor! 
Es gibt immer wieder coole Kameraeinstellungen und -schwenks, die ich in einem Streifen dieser Art gar nicht vermutet hätte.
Das Einzige, was etwas zu kurz kommt, sind die Damen. Betty hat zwar eine denkwürdige Szene, in der sie dem Höhlenmenschen einen gegrillten Nacktmull servieren soll, aber ansonsten bleibt sie leider etwas blass. Auch die dunkelhaarige Chica hat zu wenig Screentime. Aber gut, dafür entschädigen dann auch die authentische Dschungelatmosphäre und die ordentliche Ausstattung des Films.
Klar sieht man, welche Szenen im Studio gedreht wurden, aber das war eben damals so. Immerhin hatte Shorty Yeaworth nur 3 Wochen auf der Insel Zeit.
Der Abschluss ist dann auch noch mal ein ordentlicher Knaller: Mensch gegen Maschine und dann ist auch Schluss. Schade eigentlich. Ich hätte direkt noch Bock gehabt, ein paar weitere Filme dieses Kalibers einzuschieben.
Zur Ausstattung:
Über das gelungene Cover habe ich mich ja bereits an anderer Stelle ausgelassen. Der stabile Schuber beherbergt, wie es das Gesetz der Reihe ist, ein Amaray mit großem Postermotiv. Drinnen steckt das Booklet, das auch noch ein schickes Plakat auf der Front hat. Pelle treibt darin erneut sein Unwesen, glänzt mit Wortwitz und Hintergrundwissen zu "Dinosaurus!". Außerdem gibt es noch eine kurze Nachhilfestunde in Sachen prähistorischer deutscher Geschichte. 
Die Bildqualität ist hervorragend. Knackig scharf und mit kraftvollen Farben überzeugt sie auf ganzer Linie. Lediglich die Unterwasseraufnahmen und ein paar kurze, dunkle Szenen sind etwas blass anzuschauen. Ganz selten huscht aber dann doch noch ein Laufstreifen über die Leinwand und erinnert uns, dass wir im Drive-In sitzen. Für einen Film, der mittlerweile 50 Jahre auf dem Buckel hat, ausgezeichnet.
Der Ton ist ebenfalls sehr gut und als deutsche und englische Tonspur vorhanden.
Positiv überrascht war ich auch vom unkonventionell gestalteten Menü. Kein Standardstandbild, bei dem nur das Motiv gewechselt wird, sondern ein Schlund, in dessen Zähnen die stilisierte Schriftart zu finden ist. Das muss eine echte Fummelei gewesen sein!
Bei den Features haben wir ein echtes Sahnehäubchen. In Zusammenarbeit mit End Films hat Subkultur  Entertainment eine eigene halbstündige Dokumentation "Dinosaurus! – eine monströse Geschichte" produziert.
Dort plaudert Produzent Jack Harris über die Animationstechniken, die Dreharbeiten, den Score, aber auch die Schauspieler. Außerdem kommen noch die Autoren Donald F. Glut ("I Was A Teenage Movie Maker") und Bill Warren ("Keep Watching The Skies"), sowie Schauspieler Paul Lukather zu Wort. Letzterer scheint ein sehr gut gelaunter Zeitgenosse zu sein und erzählt ein paar Anekdoten vom Set. Untermalt werden die Interviews mit etlichen Einspielern verschiedenster Monsterfilme und sogar auf das Drive-In-Kino kommen die Beteiligten zu sprechen. Außerdem sind die Interviews deutsch untertitelt. Die Doku ist wirklich professionell und es ist beeindruckend, dass ein vergleichsweise kleines Label so etwas gestemmt bekommt.
Der obligatorische Originaltrailer darf natürlich auch nicht fehlen, wie auch die Bildergalerie mit vielen Aushangfotos, Szenenbildern, Zeitungsausschnitten und internationalen Plakatmotiven. Da hat man doch wirklich noch einiges an Material ausgegraben! Sogar ein COMIC ist dabei! Vorbildlich!
Abgerundet werden die Extras mit der schwarz-weißen Super-8-Fassung, in der wir in Kürze noch einmal alle denkwürdigen Szenen vorgespielt bekommen. 
Donnerwetter, man ruht sich hier definitiv nicht auf den eingesackten Lorbeeren aus und versucht, für diese alten Schinken die bestmögliche Veröffentlichung auf die Beine zu stellen.
Vielen Dank für diese Perle, die ich definitiv noch ein zweites Mal sichten werde. Diese Art von Film ist sicherlich für die ältere Generation, was für mich "Die Goonies" (1985) oder "Gremlins" (1984) waren. Schön, dass man jetzt selbst in die Vergangenheit reisen und diese versunkene Epoche neu entdecken kann. Für mich bedeutet das nun, dass ich das von mir lange verschmähte Genre der Knete-Dino-Kracher genauer unter die Lupe nehmen und mir demnächst werde!

Donnerstag, 1. September 2011

Das bevorstehende Monsterwochenende

Ahoi, ahoi!
Nachdem es momentan etwas ruhig im Bunker geworden ist, ein paar kurze Ankündigungen in eigener Sache.
An diesem Wochenende in ihrem Zombiebunker des Vertrauens:

  • Besprechung zu "Earth vs. Spider"  (Die Rache der schwarzen Spinne - 1958)
  • Besprechung zu "Dinosaurus!" (Mördersaurier - 1960)
  • ein ultimatives Gewinnspiel

Keep watching the skies!

Sobald der September vorüber ist, geht es auch wieder wie gewohnt mit News und Besprechungen zu älteren Veröffentlichungen weiter.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Cheerio!

Dienstag, 30. August 2011

Monstrula is back

Nach etlichen Jahren geht das Flagschiff der deutschen Monsterfilmconnaisseure, DIE Ressource: Monstrula, wieder ans Netz! 
Was lange brach lag und als vorzügliches Nachschlagewerk fungierte, ist wieder zurück mit neuen News rund um den Monsterfilm und es werden sicherlich auch bald Besprechungen zu obskuren Streifen folgen.
Neben der eigentlich Seite, wurde jetzt auch ein Newsblog aufgesetzt, das man an dieser Stelle findet. Der Zombiebunker heißt die Mutter aller Monsterfilmseiten willkommen (zurück) im Kreis der Gemeinde und wünscht zukünftig einen langen Atem mit vielen tollen Texten für uns!
Es kann nie genug Enthusiasten geben, die sich vokal für die alten Streifen einsetzen.

Sonntag, 21. August 2011

Women In Cages (Frauen hinter Zuchthausmauern - 1971)

"Wir haben einen Haftbefehl, wir gehen in den Knast! IN DEN KNAST!" tönten die Japanischen Kampfhörspiele auf ihrem Album "Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch" vor 9 Jahren und könnten den Soundtrack für diesen sleazigen und schwerst septischen Streifen bilden.
Es geht mit den schmierigen Auswüchsen der Grindhouse Collection weiter und wir dürfen das erste Machwerk der Gattung "Women in Prison" (WIP) begrüßen. Die sonst so elegant und grazil agierende Pam Grier zeigt sich hier allerdings von ihrer sadistischen und garstigen Seite. Doch bevor der Film startet, beginnt das wohlige Grindhouserlebnis, für das diese Reihe wie keine zweite steht. Tief aus dem Lokus eines Bahnhofskinos wurden wieder zerrockte Trailer von unverschämt schäbigen Filmen gehoben und auf diese Scheibe gebannt. Neben Schmuddelkram à la "Duett im Bett" (1973) - herrlich over the top - gibt es "Parasiten-Mörder" (1975), Cronebergs Spielfilmdebüt. Nasskalter Schweiß, billiges Parfum und der Gestank von Urin tauchen unwillkürlich in den Rezeptoren des Riechkolbens auf und man möchte den Ekel mit einem Glas Tourettinger runterspülen. Weiter geht es mit dem Actionklopper "Häutet sie lebend - Unternehmen Wildgänse" (1978), einem WIP "Das Zuchthaus der verlorenen Mädchen" (1974) - hier spielt übrigens die bezaubernde Erica Gavon aus "Vixen!" (1968) mit - und dem Italo-Rausschmeißer "Das Syndikat des Grauens" (1980). Dazwischen ein wirklich stimmungsvoller Einspieler, über dessen Drehort ich gern mehr wüsste. Wo gibt es denn heute noch solch nostaglisches Mobiliar, in dem man einen Werbespot für schwarze Handschuhe drehen kann? Chapeau! 
Diese kleinen, aber liebevoll umgesetzten Ideen sorgen immer wieder dafür, dass man mit der Grindhouse Collection ausreichend Alleinstellungsmerkmale aufzuweisen hat, um das Prädikat "einzigartig" verliehen zu bekommen.
Den geneigten Zuschauer hat mal also schon im Vorfeld dahingehend stimuliert, dass er, ganz nach Pawlow, sabbernd vor der Flimmerkiste hockt und sich in freudiger Erwartung auf den neuesten Scheiß aus dem Hause Subkultur befindet.
Und schon sind wir wieder im Knast. IM KNAST! Na ja, nicht ganz. Es gibt bei "Women in Cages" (1971) zuerst ein bisschen Geplänkel und Vorspiel. Ein Pärchen befindet sich bei einem Hahnenkampf, wo das vermeintliche Herzblatt der armen Dame (Carol) ein Paket Koks unterjubelt und sie dafür in den Bau wandert.
Dumm gelaufen, denn in dieser Besserungsanstalt auf den Philippinen wird mit eiserner Faust regiert. Die sadistische Aufseherin Alabama, gespielt von Pam Grier, hat es ganz besonders auf Amerikanerinnen wie sie abgesehen. Natürlich hat sie im Knast völlige Narrenfreiheit, kann die Häftlinge wann sie will in die Folterkammer entführen und perverse Rituale mit ihnen praktizieren.
Zum Glück hat der Frauenknast allerdings weitaus aufreizendere Insassen als die TV-Produktion mit Walter und man darf sich freuen, dass es auch etwas fürs Auge gibt.
Die Zelle der Amerikanerinnen ist daher eine ganz illustre Runde. Da hätten wir eine drogenabhängige Blondine namens Stoke, die vermeintlich privilegierte Liebchen Theresa und den kessen Rotschopf Sandy. Bei ihrer Einlieferung muss Carol dann auch das übliche Prozedere über sich ergehen lassen. Ausziehen, abduschen, dekontamineren lassen. Alles, woran man sich in den 70ern so erfreuen konnte, also im Wesentlichen sexualisierte Gewalt, lesbische Liebe und Demütigungen am laufenden Band.
Wirklich interessant wird es, als der Drogenticker versucht, Carol im Knast umbringen zu lassen, damit sie nicht doch noch zwitschert. Wer anderes als die Junkiebraut Stoke kommt dafür also in Frage? 
Dieses Wagnis stellt sich jedoch als durchaus belustigend dar, weil die gute Stoke ein bisschen wie Wile E. Coyote gegen den Roadrunner wirkt. Weniger amüsierend sind jedoch die tour de force der Insassinnen.
Das Ziel der malträtierten und zermürbten Damen kann also nur so lauten: Freiheit um jeden Preis. Schaffen sie das und kriegt Alabama noch ihr Fett weg?
Was für ein olles und schäbiges Filmchen, das sich nahtlos in die Reihe aus cineastischem Bodensatz einfügt.
Langweilig wird "Women In Cages" jedenfalls nicht, auch wenn ich es nur schwer verkraften kann, wenn Pam Grier keine nach Gerechtigkeit strebende toughe Powerbraut spielt. Aber gut, sie überzeugt auch in dieser Rolle und weiß die Peitsche schwingend zu überzeugen.
Der Streifen selbst absolut spannend und irgendwie leidet man sogar mit den Mädels mit und hofft, dass sie es nach draußen in die Freiheit schaffen.
Insgesamt also ein erstaunlich guter Film, der dramaturgisch sicherlich sehr viel mehr richtig macht als  "Astro Zombies" (1969).
Nörgler, die sich mit dem Grindhousekonzept als solchem also nicht so wirklich anfreunden konnten, werden hier eben auch einen wirklich schaubaren Film finden und dürfen allein deshalb zugreifen.
Kommen wir nun zur Ausstattung der Scheibe.
Was man hier wieder auf eine DVD gepackt hat, ist beeindruckend. 
Da hätten wir zum einen die deutsche Original-Kinofassung. Mit einer anderen Titelsequenz, nachträglich eingefügten Inserts und einer grindhousemäßigen Bildqualität. Die Farben ausgeblichen, die Ränder abgedunkelt und viele, viele Schlieren, die immer wieder über die Leinwand laufen, sollte sich jedermann diese Fassung obligatorisch ansehen. Wer in den vollen Grindhousegenuss kommen möchte, kommt auch gar nicht daran vorbei.
Die amerikanische Fassung hat dagegen ein für einen Film dieses Alters perfektes Bild. Scharf, kontrastreich und sauber. Daneben darf man neben dem englischen Ton auch noch die deutsche Kinosynchro und (!) die Videosynchronisation auswählen.
Beide haben ihre Höhepunkte und ich möchte auch jedem anraten, sie jeweils auszuprobieren.
Pam Grier als Zuchthausaufseherin
Es gibt, wie immer, schreiend komische Dialoge und ganz spezifische erheiternde Momente. Vielen Dank, dass man man hier also nicht gespart, sondern ein dickes Paket geschnürt hat, das den Anspruch der Scheibe auf Vollständigkeit und Perfektionismus zeigt.
Denn da haben wir auch noch ein 7-minütiges Interview mit Judy Brown, die im Film Sandy gespielt hat. Bemerkenswert finde ich ja, dass sie nicht nur in "Women In Cages" super aussah, sondern das auch heute noch tut. Sie berichtet über ihre ersten Filmerfahrungen, die nicht ausschließlich positiv waren, freizügige Rollen und die Implikationen, die sich für sie ganz persönlich daraus ergaben. Außerdem verrät sie Anekdoten, die sich während der Dreharbeiten zu "Women In Cages" zutrugen. Toll!
Ich könnte dieser Dame, die eloquent und reflektiert über ihr Leben berichtet hat, noch stundenlang zuhören und es ist wirklich schade, dass dieses Interview nicht noch viel länger ist.
Okay, was haben wir noch? Trailer (engl.+dt.) und TV-Spot zum Film, ein exzellentes Trailerreel mit weiteren "Women in Prison"-Streifen und die Bildergalerie.
Insert der deutsche Kinofassung
Dem Ganzen setzt Pelle mit seinem Text im 8-seitigen Booklet das Sahnehäubchen auf. Was bei der letzten Veröffentlichung mit "Blackout" (1978) und "A Scream In the Streets" (1973) begonnen wurde, die Geschichte eines Hamburger Jungen und seiner Liebesbeziehung zum Bahnhofskino, ist konsequent fortgeführt worden und bietet erhellende, witzige und filmhistorische Gedanken zum Grindhousekino. Großartig.
Ja, ich bin wieder mal beeindruckt und das, obwohl ich an die Veröffentlichungen von Subkultur Entertainment schon lange nicht mehr mit niedrigen Erwartungen herangehe.
Dolles Ding, was ihr uns da ins Heimkino gebracht habt. Technisch über jeden Zweifel erhaben, inhaltlich divers, aber auch obskur genug und optisch vorzüglich. 
Und ich muss jetzt noch einmal dringend Worte zum Cover verlieren. Leute, Leute, ihr seid ja völlig irre. Der schäbige Look über der Grindhousebanderole ist dieses Mal ganz besonders gelungen. Es gab ja sogar Leute, die sich darüber beschwert haben, dass zu wenig vom eigentlich Plakat zu sehen ist und die Banderole 1/3 der Coverfläche vereinnahmt. Diesem Kritikpunkt würde ich gewöhnlich zustimmen, aber in dieser Reihe sind nicht die Filme die Stars, sondern das Gesamtpaket und die Reihe selbst. Daher freue ich mich, dass das corporate design beibehalten wird und dieser einzigartigen Sammlung erhalten bleibt.
Interview mit Judy Brown